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21. Juli 2010 - Universal Transport ist kein Weg zu weit
oder mit 800 Kilometer Umweg zum Ziel.
Unser Projektmanager Andreas Winkelhoch hatte bereits schon im Frühjahr dieses Jahres eine ganz besondere kniffelige Transportaufgabe zu lösen :
Ein Gaskessel mit 30,3 Meter Länge, einer Breite von 4,80 Meter und einer Höhe von 4,30 Meter sollte mit einem Eigengewicht von über 60,0 Tonnen - dies entspricht beispielsweise dem Gewicht eines Leopard 2 Panzers oder der Farbe, mit der der Eiffel Turm in Paris gestrichen wurde - von Rain am Lech nach Korbach an der Eder transportiert werden.
Schon die Abmessungen und das Gewicht übertreffen die Daten eines normalen LKW Transports. Insgesamt erreichte das Gespann ein Gewicht von mehr als 140,0 Tonnen.
Die Länge betrug 55,0 Meter. Im vergleich dazu: Ein Handballfeld ist z.B. 40 Meter lang.
Das Besondere an diesem Projekt war die Streckenprüfung; denn schon bald stand fest, dass wir das Ziel nicht auf direktem Weg bei einer Distanz von 400 Kilometern erreichen können.
Akribisch prüfte Andreas Winkelhoch in den Monaten zuvor die Strecke und erkundete den geeignetsten Weg. Ein großer, bzw. langer Umweg musste in Kauf genommen werden.
Anstatt auf direktem Weg führte der Weg über Nürnberg, Leipzig, Potsdam, Dortmund, Diemelstadt nach Korbach.
Somit stand auch fest, dass wir für sage und schreibe weitere 800 Kilometer für die Transport - und Verkehrssicherheit sorgen mussten.
Werner Polz fuhr mit seiner 600 PS starken Zugmaschine und seinem Begleiter Reinhard "Charly" Szechowiak quasi mit 1.200 Kilometer einmal quer die Längsachse durch Deutschland entlang.
Der Hintergrund dieser Entscheidung waren zahlreiche Baustellen und Brücken, die den direkten Weg nicht zu ließen.
Geladen wurde der Behälter mit unserer Kesselbrücke, die lediglich nur 10 Zentimeter Bodenfreiheit hatte. Extra für diesen Kessel wurde ein Stahlgestell gebaut, um die Stabilität und die Ladungssicherung zu gewährleisten.
Der Transport begann am Mittwoch 21. Juli 2010.
Am Samstag morgen - 25. Juli - erreichte unser „Koloss" mit 14 Achsen die Rastanlage "Biggenkopf" auf der A44. In der Nacht von Montag, 26. Juli .2010 auf Dienstag wurden auf der Landstraße die letzten Meter zurückgelegt.
Während des Transportverlaufs hatten wir ebenfalls „alle Hände voll zu tun":
- Neben zahlreichen Verkehrsschildern, das Entfernen eines Baumes, ca. 200 qm Auslegen von Blechen bei der Auffahrt in Bayern auf der A 9, musste kurz vor dem Ziel ein Bahnübergang abgebaut und anschließend wieder aufgebaut werden.
- Bei einem Kreisverkehr Nähe Neuburg an der Donau auf der B16 von Rain nach Manching mussten wir mit einem städtischen Einsatzwagen sämtliche Schilder auf allen Verkehrsinseln abbauen.
- Bei der Anschlussstelle Manching - Auffahrt auf die A9 wurden auf 180 m2 Wegebleche auf die Fahrbahnteiler in der Auffahrtsspur ausgelegt, damit unser LKW mit der extremen Länge auf die Autobahn fahren konnte.
- Auf der B252 zwischen der A44 und Korbach wurden die Stromkabel der Deutschen Bahn in der Ortschaft Twiste bei zwei Bahnübergängen angehoben werden.
- Für beide Übergänge war ein Vorlauf der Genehmigung der DB von 7 Wochen erforderlich. Damit der Bahnverkehr nicht unterbrochen wurde, mussten wir pünklichst mit unserem Schwertransport in der Nacht vom 26. Juli auf den 27. Juli dort eintreffen, da wir die Genehmigung nur für diese nacht bekommen hatten. Der erste Bahnübergang konnte ohne bauliche Umbaumaßnahmen überquert werden. Am zweiten Bahnübergang mussten aufgrund der örtlichen Verhältnisse bei einer engen 90° Kurve direkt vor und direkt hinter dem Übergang an den Kurveninnenseiten die Warneinrichtungen der Schrankenanlage und die Schutzplanken abgebaut werden.
Während Werner Polz den Kessel vorsichtig über die Gleise fuhr, hörten wir einen verantwortlichen Ingenieur der Bahn zu unserem Begleiter sagen:
" Heute habe ich den Unterschied zwischen Kraftfahrer und Kraftfahrer gesehen - "So wie Ihr Fahrer hier durch die Bahnübergänge gezirkelt ist , eine solch hervorragende Leistung habe ich schon lange nicht mehr gesehen." „Hier zeigt sich, wer "um die Ecke" fahren kann. Alles hat funktioniert. Dies erfordert bestimmt unterwegs eine sehr gute Vorbereitung und sicherlich ebenso eine große Flexibilität."
Wir freuen uns sehr über diese Aussage der Deutschen Bahn.
Froh und stolz sind wir ebenso, dass bei diesem Transport alles planmässig und pünklich verlaufen ist und danken unserem Team Werner Polz, "Charly" Szechowiak und Andreas Winkelhoch für diese unglaubliche Leistung.
Am Rande dieses Geschehens durften wir Ursula Trautmann von HNA-Redaktion Korbach kennenlernen und danken für Ihren Zeitungsbericht. Ebenso gilt unser Dank Herrn Dennis Schmidt für die gut geschriebene Reportage in der Waldeckischen Landeszeitung.
Ebenso freuen wir uns über den Artikel der Zeitung Wirtschaft Regional : Auf der Suche nach Lösungen
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