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November 2011 - Mit Schrittgeschwindigkeit zum Ziel.
Oder wie wir mit über 230 to. auf leisen Sohlen durch Berlin fahren.
Nachdem wir schon im Oktober einen Transport mit über 100 Tonnen transportierten, durften wir nun auch im November wieder einen besonders schweren „Brocken“ befördern. So galt es ein Maschinenteil einer Offshore-Anlage innerhalb Berlins zum Westhafen zu bringen, welcher nur 10 Kilometer von der Beladestelle entfernt liegt.
Trotz der sehr kurzen Strecke galt es für unsere Kollegen aus Bad Nenndorf bei der Vorbereitung höchst konzentriert zu arbeiten. Schließlich besaß unsere schwere Ware Abmessungen von 6,50 x 6,50 x 4,10 m und ein stolzes Gewicht von 138,0 to. Neben der richtigen Fahrzeugwahl sowie der Beantragung der Genehmigung war besonders die Streckenprüfung wichtig. Sollte dabei etwas Wichtiges übersehen werden, hätte das gleich den gesamten Stillstand zur Folge. Inklusive natürlich einer gesperrten Straße durch einen Schwertransport. Deshalb wurde jeder Meter unser – glücklicherweise sehr kurzen – Strecke genaustens überprüft. Dabei konnte schnell deutlich gemacht werden, dass man neben der typischen Begleitung auch ein Steigerfahrzeug benötigte. Eine Durchfahrt durch die Alleen konnte nur so wirklich sichergestellt werden und natürlich standen auch einige Ampeln im Weg, die aus dem Steiger heraus gedreht werden mussten.
Nachdem alle Maßnahmen gemäß des Streckenprotokolls getroffen waren, unsere 4-Achs Sattelzugmaschine mit 17-Achs Modulanhänger bereit stand und auch die Begleiter vor Ort waren, konnte der Transport dann nach einer Vorbereitungszeit von 4 Wochen endlich um 22.00 Uhr starten. Mit den Gesamtabmessungen von 36,70 x 6,50 x 5,25 m und einem Gewicht von insgesamt 239 to. wurden wir zusätzlich von 6 Polizeiwagen eskortiert.
Durch dieses große Aufgebot an Begleitern konnten wir natürlich sicher sein, dass keine anderen Verkehrsteilnehmer uns auf der Strecke behindern würden. Wir hatten also „freie Bahn“. Bei so einem Transport heißt dies nur leider nicht Vollgas sondern eher volle Konzentration. Nach anfänglichem langsamen Tempo musste nach nur einigen Kilometern auf Schrittgeschwindigkeit runtergebremst werden, da die dichten Alleen eine Durchfahrt nicht anders möglich machten. Ingesamt 6 Kilometer mussten wir in diesem Tempo weiterfahren um mögliche Schäden am Maschinenteil oder anderen Gegenständen zu verhindern.
Um 02.00 Uhr hatte unser Lkw es dann endlich geschafft. Nach vielen gedrehten Ampeln, abgesägten Ästen und ausgelegten Blechern und Kanthölzern waren die 10 Kilometer innerhalb von 4 Stunden bewältigt. Zwar hatten wir noch nie so lange für eine derart kurze Strecke gebraucht, aber das Wichtigste war geschafft. Planmäßig kam das Maschinenteil ohne Schaden und innerhalb von einer Nacht zur Zufriedenheit aller am Berliner Westhafen an, wo am nächsten Morgen per stationärem Hafenkran entladen wurde.
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